Kurze Rechnung zur arithmetischen Konkordanz!

Verteilung der Sitze | Quelle: Neue Zürcher Zeitung

Die arithmetische Konkordanz wird dauernd diskutiert, jedoch werden dauernd falsche Rechnungen aufgestellt. Obwohl das Ganze nicht wirklich komplex wäre.

Der Bundesrat hat 7 Sitze was bedeutet, dass es für einen Sitz exakt 14.28% benötigt. Für zwei Sitze wären es dann 28.56% und für drei Sitze wären es 42.84%. Von diesen 42.84% ist die SVP meilenweit entfernt. Korrekt ist, dass laut der arithmetischen Konkordanz die CVP und die FDP je einen Sitz zugute hätten. Ebenfalls klar ist, dass die SVP beinahe auf den Prozentpunkt genau 2 Sitze hätte. Was passiert nun mit den übrigen 3 Sitzen?

Die SP hat mit 19.5% nicht wirklich Anspruch auf einen zweiten Sitz. Die Grüne Partei hat nicht ganz 10% was ebenfalls nicht zu einem Sitz reicht. Eine Möglichkeit wäre aber, dass man einen dritten Sitz der Linken gibt (Bsp. den Grünen, was ich allerdings nicht als gute Möglichkeit betrachte aber laut Arithmetik so gemacht werden müsste) und damit auch den Überschuss der SP abdecken kann.

Und doch bleibt schlussendlich ein Sitz offen, welcher keiner Partei aufgrund der Arithmetik zugeordnet werden kann.

So einfach ist die Sache mit der Arithmetik auch nicht. Aber auf alle Fälle tönt sie immer wieder gut! Offen bleibt aber, ob die arithmetische Konkordanz effektiv zu den “aktuellen Themen” gezählt werden kann…

Comments
2 Responses to “Kurze Rechnung zur arithmetischen Konkordanz!”
  1. Alexander sagt:

    Hier ist etwas zu ergänzen. Die Rechnung verändert sich, wenn man eine Prozentklausel einführt wie ich das Beispiel an meinem Vorschlag vorsehe. Ich sehe bei meinem Rechenbeispiel eine Prozentklausel von 13% vor. Das heisst, dass alle Parteien, die weniger als 13% der Wählerstimmen enthalten automatisch kein Anrecht auf einen Bundesratssitz haben. Dann werden die 7 Sitze unter den verbleibenden Parteien aufgeteilt. Logischerweise ist der Ausgangspunkt der Rechnung dann nicht mehr 100%.

    Beispiel: Folglich kämen für einen Sitz im BR nur die SVP, die SP, die FDP und die CVP in Frage. Sie zusammen haben an den Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2007 78.7% der Wählerstimmen erhalten. Dividiert man nun 78.7% durch 7 erhält man 11.24%. Drei Sitze würden dann einem Wähleranteil von 33.72% entsprechen. Somit hätte eine SVP mit 28.9% Wähleranteil durchaus 3 Sitze zugute. Die Frage wer die übrigen Sitze erhält, wäre damit auch geklärt.

    Siehe auch:
    http://www.dailytalk.ch/direkte-bundesratswahlen-proporzsystem-ist-besser/

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