Nachfrage bei Urs Dickerhof
- Es war Montag der 21. Juni 2010
- Die Schweiz spielte an der WM (ja die Schweiz war auch mal dabei) gegen Chile
- Der Luzerner Kantonsrat stellte sich per Abstimmung von der Arbeit frei (ohne zu kompensieren natürlich)
Wer mauruszeier.ch öfters liest dürfte kaum überrascht gewesen sein, dass wenige Minuten danach ein Text zum SVP-Urheber (Urs Dickerhof) dieser (aus meiner Sicht absolut inkonsequenter und höchst fragwürdiger) Idee online war. Ebenfalls gehört es bereits zur Tradition, dass ich sämtliche Texte, welche auf Personen zielen, auch den Betroffenen zusende.
Ebenso an diesem Tag und Urs Dickerhof versprach mir per Schnellnachricht über iPhone-Mail eine Antwort bis Dienstag 22. Juni 2010…..
- 26. Juni 2010 | Luzerner Fest
- 27. Juni 2010 | Flug nach Mallorca
- 02. Juli 2010 | Flug nach Basel
Die Antwort ist nach wie vor ausstehend….!
Dass meine Blog-Leser so schnell wie möglich zur Antwort kommen, wird Herr Dickerhof heute eine weitere Nachricht von mir erhalten und ich werde meine Leserinnen und Leser natürlich so schnell wie möglich informieren wie inkonsequent der Luzerner SVP-Exponent denn wirklich ist!

mal ehrlich: nichts besseres zu tun?
Auf eine ehrliche Frage muss eine ehrliche Antwort folgen:
Ich bin der Meinung, dass Parlamentarierinnen und Parlamentarier nicht mehr Rechte haben als Bürgerinnen und Bürger und da die Aufsichtsbehörde des Parlamentes letzten Endes das Volk ist, sind wir befugt, Fehlgriffe zu beanstanden. In der Schweiz gibt es tausende Personen, welche während des Spiels gearbeitet haben und gleichzeitig nimmt sich das Luzerner Kantonsparlament die Freiheit, das Spiel ohne jegliche Kompensation während der Arbeitszeit zu schauen.
Man könnte dies nun als Bagatelle einstufen und von einer Publikation absehen, damit würde man allerdings dem Parlament genau jene kleinen Freiheiten lassen, welche immer wieder ausgenutzt werden. Es ist verführerisch, wenn man die eigenen Arbeitsbedingungen per Abstimmung absegnen kann…. Man beachte die Lohnerhöhung des gleichen Parlaments während der Finanzkrise (natürlich mit eigenhändiger Abstimmung)!
Die 120 Luzerner Kantonsparlamentarierinnen und Kantonsparlamentarier besetzen Site, um welche sich über 500 Kandidaten (ich übrigens nicht) beworben haben. Wenn ihnen andere Beschäftigungen dermassen wichtig sind, dann können sie konsequent zurücktreten…
Hat deine FDP dem Vorstoss des bösen Urs Dickerhof denn zugestimmt oder nicht? Ja, hat sie! Es wird wohl Zeit, vor der eigenen Türe zu wischen, statt ständig andere zu kritisieren!
Guten Abend Patrick
Mich ehrt es zwar, dass ich derart mit der FDP (bei welcher ich ja auch ein einfaches Mitglied bin) identifiziert werde, jedoch lege ich grossen Wert darauf auf meinem Blog primär meine eigene Meinung zu vertreten. Nicht zuletzt deshalb, weil ich das als unabhängiger, junger Politiker ohne grosse Interessenbindungen und Ämter auch tun kann. Da die Website des Luzerner Parlaments nicht offenlegt (oder ich habe es zumindest noch nicht gefunden), wer denn wie gestimmt hat, gilt meine Kritik primär dem Urheber. Aber ich kann dir versichern, dass ich auch einen FDP-Parlamentarier für einen Vorstoss in dieser Art kritisiert hätte.
Wichtig scheint mir aber doch, das Ganze auf den Vorstoss zu reduzieren. Mit der Politik von Herr Dickerhof hat dies nur im Geringsten zu tun (diese kenne ich übrigens zu wenig um ein Gesamturteil fällen zu können). Mir geht es um die Art und Weise des Vorstosses, das Zustandekommen und die Signalwirkung. Wenn man diese Dinge dem Nutzen gegenüberstellt, sollte man die Lehren daraus ziehen und nächstes Mal keinen Vorstoss lancieren.
Da ich aber, wie gesagt, nach wie vor auf die Antwort warte, kenne ich weder die genauen Hintergründe noch kann ich die Texte auf meinem Blog wieder offline schalten =) Die Sache ist halt immer noch pendent (wie man so schön sagt)…
PS: Merci für deinen Kommentar! Der Einwand ist berechtigt!
Lieber Herr Zeier
Entschuldigen Sie bitte den Verzug in meiner Antwort. Da die Schweiz gegen Chile verloren hat und ich ein abergläubischer Mensch, habe ich in der Zwischenzeit meinen Vorstoss bereut. Vielleicht hätten unsere Jungs besser gekickt, wenn Ihnen ein Grossteil des Luzerner Kantonsparlaments dabei nicht zugeschaut hätte. Spass beiseite: Für mich sind Werte wie Selbstbewusstsein und Nationalstolz wichtige Grundpfeiler unserer Gesellschaft und die kommen halt bei einem Turnier, wo sich unsere Fussballnati mit den Besten der Welt misst, besonders stark zum Tragen. Deshalb ist es auch zu verantworten, dass der Luzerner Kantonsrat, angesichts der nicht eben überbefrachteten Agenda, für einmal Gnade vor Recht walten lässt. Ich hoffe, Sie tun es auch.
Urs Dickerhof, Kantonsrat SVP
Geschätzter Herr Dickerhof
Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit meiner Berichterstattung wollte ich ein bescheidenes Gegengewicht und einen kritischen Einwand im Bezug auf den Vorstoss statuieren und ich glaube dies ist mir so auch gelungen, denn die Medien haben den Vorgang aus meiner Sicht klar zu wenig und wenn, dann klar zu wenig kritisch aufgenommen. Wir sind uns beide einig, dass eine saubere Argumentation kaum möglich ist, denn Arbeit und Politik hat nunmal nicht wahnsinnig viel mit Sport am Fernsehen zu tun. Bleibt Ihre Argumentation, welche ich so auch einigermassen verstehen kann.
Auch ich bin ein grosser Fussballfan und habe erst wenige Spiele der aktuellen WM nicht gesehen. Jedoch bin ich auch aktiv in der Welt des Rudersports tätig und habe Interessen in unzähligen von Sportarten. Obwohl der Fussball über die grösste Breitenwirkung verfügt, bitte ich Sie, die anderen Sportaren nicht ausser Acht zu lassen. Wir müssen möglichst alle Sportarten auf hohem Niveau fördern, denn in der Schweiz ist der Fussball nicht annähernd die erfolgreichste Sportart.
Mit diesem Satz ist meine Berichterstattung zum Vorstoss des Kantonsrats beendet!
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Maurus Zeier